Die Wirksamkeit von EU-Mitteln hängt von ihrer vollständigen und ordnungsgemäßen Inanspruchnahme ab, doch selbst Regionen mit hohen Verwaltungskapazitäten haben Schwierigkeiten bei der Verwendung der Mittel. Dies erfordert mehr Aufmerksamkeit für einen rätselhaften Aspekt: Zahlreiche potenziell förderfähige Organisationen beantragen keine EU-Mittel. Im Gegensatz zu den meisten früheren Studien untersucht diese Analyse den Mangel an Nachfrage sowie eine Region mit hohen Verwaltungskapazitäten. Der erste umfassende, empirisch fundierte und analytische Rahmen für die mangelnde Nachfrage nach EU-Kohäsionsfonds wird auf der Grundlage ausführlicher Interviews mit tatsächlichen und potenziellen Begünstigten und Expert:innen entwickelt. Er zeigt die Hauptgründe für die fehlende Nachfrage auf: Unkenntnis des Angebots, hoher Verwaltungsaufwand und ein geringer wahrgenommener Bedarf an zusätzlichen Mitteln. Darüber hinaus sind Art und Größe der Organisationen wichtige Faktoren. Eine mangelnde Nachfrage führt auch zu Anpassungen bei der Bereitstellung von Mitteln. Die Ergebnisse legen nahe, dass zukünftige EU-Implementierungsforschung ihren Fokus erweitern sollte, um die (mangelnde) Nachfrage sowie ihr dynamisches Zusammenspiel mit der Verwaltung zu untersuchen.
Hansum, R. (2025): “Why organizations leave money on the table: explaining non-demand for EU funds”. Regional & Federal Studies, pp. 1–27. DOI: doi.org/10.1080/13597566.2025.2485052