In dieser Fallstudie von Ana Bobić wird das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in der Rechtssache KUBERA aus der Perspektive des “Governor's Dilemma”, einer Theorie aus den internationalen Beziehungen, betrachtet. Kurz gesagt können diejenigen, die mehrstufige politische Organisationen leiten, nicht alle ihre Ziele alleine erreichen. Bei der indirekten Regierungsführung muss der Regierende das richtige Gleichgewicht zwischen der Befähigung und der Kontrolle des Vermittlers finden. Eine zu starke Befähigung könnte dazu führen, dass die Zwischeninstanzen ihre eigenen Ziele verfolgen, während eine zu starke Kontrolle ihre Effizienz bei der Umsetzung der Ziele des Regierenden beeinträchtigen könnte. Vor diesem Hintergrund argumentiert Bobić, dass KUBERA zeigt, wie der Gerichtshof mit dem Dilemma zwischen Befähigung und Kontrolle der obersten nationalen Gerichte umgeht, die wohl seine wichtigsten Zwischeninstanzen bei der Durchsetzung des EU-Rechts auf nationaler Ebene sind.
Bobić, A.(2025) `The Court of Justice and the Governor's Dilemma: KUBERA trgovanje s hrano in pijaco doo v Slovenia´. European Law Review (2025).