Der neue Schutzschild für die Demokratie der Europäischen Kommission umfasst rund 50 Aktionspunkte in drei Bereichen: Integrität des Informationsraums, Medien und Wahlen sowie gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit und Bürgerengagement. Bei den meisten Punkten handelt es sich um Verpflichtungen zur Stärkung der freiwilligen Koordinierung und zur Ausarbeitung von Leitlinien. Sie sind größtenteils Ergänzungen zu früheren Initiativen und setzen den übermäßigen Fokus der Kommission auf Desinformation fort, anstatt einen Innovationsversuch darzustellen. Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen der ambitionierten Rhetorik rund um die Ankündigung der Initiative und den darin enthaltenen kleinräumigen Lösungen. Dennoch kann das Schutzschild für die Demokratie nach seiner Umsetzung eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Rahmenwerken darstellen. Es sollte jedoch als Ergänzung zum Einsatz anderer verfügbarer Instrumente betrachtet werden. Der Schutz der europäischen Demokratie erfordert ein konsequentes Bekenntnis zu demokratischen Werten sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene – und nicht nur die Schaffung zusätzlicher Strategien.