Der Vorschlag Nationaler und Regionaler Partnerschaftspläne (NRPP) der EU-Kommission könnte einen Neuanfang für die EU-Kohäsionspolitik nach 2028 darstellen. Angesichts der gemischten Ergebnisse und Umsetzungsschwierigkeiten der derzeitigen Kohäsionsinstrumente ist die umfassende Reformagenda grundsätzlich zu begrüßen. Zugleich sollten einige Schwachstellen des Vorschlags angegangen werden. Dies gilt insbesondere für die vorgeschlagene regionale Mittelverteilung, die sich zu eng auf die Kategorie der weniger entwickelten Regionen stützt, definiert anhand des regionalen BIP-Niveaus. Dieser Ansatz vernachlässigt bestehende und zukünftige regionale Divergenzen und lässt zu viel nationalen Spielraum. In diesem Policy Brief wird daher eine breitere Kategorie von herausgeforderten Regionen vorgeschlagen, die nicht nur den regionalen Wohlstand berücksichtigt, sondern auch Entwicklungsfallen sowie regionale Herausforderungen durch den demografischen Wandel und die grüne Transformation. Mit einer solchen Anpassung der regionalen Mittelverteilung können die NRPP die Kohäsion in der EU sowohl heute als auch in Zukunft zielgenauer fördern.
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